„Echte“ Glückshufeisen vom Faistenauer Adventmarkt

„Echte“ Glückshufeisen vom Faistenauer Adventmarkt

Schon seit jeher gilt das Hufeisen als Glücksbringer. Es soll Haus und Hof schützen und die Bewohner vor Unglück, Unheil und Krankheit bewahren. Allerdings nur dann, wenn es mit der Öffnung nach oben aufgehangen wird, damit das Glück zwar hineinfällt, aber nicht wieder entweichen kann. Ein alter Aberglaube sagt nämlich, wenn die offene Seite nach unten zeigt, würde beginnendes Glück sofort wieder herausfallen. Ob an dieser Weisheit ein Fünkchen Wahrheit haftet, kann natürlich niemand beweisen. Trotzdem sind Hufeisen – ähnlich wie Schornsteinfeger – als Glücksbringer außerordentlich beliebt. Am Faistenauer Adventmarkt, der immer am dritten Adventswochenende stattfindet, werden sie sogar ganz traditionell von einem echten Schmied hergestellt.

 

Wolfgang Ebner ist mit Leib und Seele Schmied. Das traditionsreiche Handwerk liegt ihm nicht nur am Herzen, sondern auch im Blut. Und weil er den Menschen seine Kunst gerne näherbringen möchte, baute er sich für den Faistenauer Adventmarkt eigens eine urige kleine Schmiedehütte.
Seine kleine, aber feine Hütte ist jedenfalls bestens ausgestattet. Amboss und Esse sind genauso vorhanden wie Steinkohle und das erforderliche Werkzeug. Und auch diesmal wird die lodernde Flamme schon von Weitem sichtbar sein und viele Zuschauer in ihren Bann ziehen.

 

Mit im wahrsten Sinne des Wortes „Feuereifer“ schmiedet Wolfgang Ebner auf dem Adventmarkt „echte“ Hufeisen. Schließlich kann wirklich jeder etwas Glück gebrauchen! Dass er sich zur Demonstration der Schmiedekunst ausgerechnet für die Glücksbringer entschied, hat aber noch einen weiteren Grund. Die Hufeisen lassen sich nämlich besonders einfach vorbereiten und herstellen, weiß Ebner, außerdem würde dafür keinerlei Elektrizität gebraucht. Ganz wie in guten alten Zeiten eben. Bis ein Hufeisen fertig ist, vergehen etwa 20 Minuten. Gespannt warten die Besucher auf ihren ganz persönlichen Glücksbringer. Für Kinder ist dies meist ein ganz besonderes Erlebnis. Staunend beobachten sie die sprühenden Funken und das glühend heiße Eisen. Fragen sind natürlich ausdrücklich erlaubt: Geduldig weiht Ebner kleine und große Zuschauer in die Geheimnisse des Schmiedens ein, während diese sich am Feuer aufwärmen. Andere bummeln derweil über den Markt, der natürlich viele weitere stimmungsvolle Attraktionen bietet.

 

Übrigens: Was letztendlich auf dem Glückshufeisen steht, bestimmt jeder selbst. Vom eigenen Vornamen über das Hochzeitsdatum bis zum Lieblings-Fußballverein, fast alles ist möglich. Wolfgang Ebner wird jedenfalls auch in diesem Jahr wieder schmieden, bis „das Material zur Neige geht“. Er ist bereits eine feste Institution auf dem Faistenauer Adventmarkt und nur hier zu finden, wo ihn mittlerweile jeder kennt.